Predigt am Sonntag Invokavit, 6. März 2022, in Bissingen an der Enz, Kilianskirche und Martin-Luther-Kirche

Invokavit. Vor genau 500 Jahren war es Martin Luther, der es nicht mehr aushalten konnte und den es nach 10 Monaten in seinem Versteck und Asyl auf der Wartburg nicht mehr gehalten hat. Er verlässt die Burg am 1. März 1522 und kehrt nach Wittenberg zurück ungeachtet der Gefahr, in die er sich begibt, besteigt wenige Tage später die Kanzel. Es ist der Sonntag Invokavit. Acht Tage lang hat er jeden Tag eine Predigt gehalten, die als Invokavitpredigten überliefert wurden – und das wichtigste daran war vielleicht nicht einmal, was er gesagt hat, sondern dass er die Dinge in die Hand genommen hat, dass er gezeigt hat, dass er lebt, dass er kein gebrochener Mann war, sondern zur Sache geredet hat – wie jetzt der ukrainische Präsident – Es ging vor 500 Jahren darum, Dinge zurechtzubringen, die aus dem Ruder gelaufen waren, und die Gemeinde zu festigen. – Luthers Worte zur Sache haben damals ihre Wirkung nicht verfehlt.

Nun haben wir heute wieder den Sonntag Invokavit, versammeln uns hier und anderswo als christliche Gemeinde zum Gottesdienst, zum Gebet und zum Hören auf Gottes Wort, ob es uns etwas zu sagen hätte. Auch wir versammeln uns in einer besonderen Situation: Krieg in der Ukraine. Kiew ist nicht ganz 2000 Kilometer östlich von uns, ungefähr so weit wie Madrid oder Sizilien, aber in die andere Richtung. Das betrifft uns und bedrückt uns. Flüchtende kommen auch nach Deutschland. Geht es uns an?

Der Predigttext für den heutigen Sonntag steht im 2. Korintherbrief, Kapitel 6,1-10, wo Paulus den Korinthern ins Gewissen redet und schreibt:

1Als Mitarbeiter aber ermahnen wir euch, dass ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfangt. 2Denn er spricht (Jes 49,8): »Ich habe dich zur willkommenen Zeit erhört und habe dir am Tage des Heils geholfen.« Siehe, jetzt ist die willkommene Zeit, siehe, jetzt ist der Tag des Heils! 3Und wir geben in nichts irgendeinen Anstoß, damit dieser Dienst nicht verlästert werde; 4sondern in allem erweisen wir uns als Diener Gottes: in großer Geduld, in Bedrängnissen, in Nöten, in Ängsten, 5in Schlägen, in Gefängnissen, in Aufruhr, in Mühen, im Wachen, im Fasten, 6in Lauterkeit, in Erkenntnis, in Langmut, in Freundlichkeit, im Heiligen Geist, in ungefärbter Liebe, 7in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, mit den Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken, 8in Ehre und Schande; in bösen Gerüchten und guten Gerüchten, als Verführer und doch wahrhaftig; 9als die Unbekannten und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten und doch nicht getötet; 10als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts haben und doch alles haben.

in allem erweisen wir uns als Diener Gottes … Was heißt das heute? Was heißt es heute, ein Christ zu sein?

Die Legende von Christophorus ist mir in den Sinn gekommen, die in früheren Zeiten sehr populär war. Ich kenne sie noch aus der Grundschule, aber ihre Beliebtheit geht weit zurück bis ins Mittelalter. Den Namen Christophorus, Christusträger, hat er nicht von Anfang an getragen. Die Legende wird in der Legenda aurea [1] so erzählt, dass er von gewaltiger Größe war, mit einem furchtbaren Angesicht, den es zuhause nicht gehalten hat und der den mächtigsten König suchen wollte, um bei ihm zu bleiben. Eines Tages aber sang vor dem König ein Spielmann ein Lied, darin des Teufels Name gar oft genannt war. Da nun der König ein Christ war, zeichnete er seine Stirn mit dem Zeichen des Kreuzes, so oft des Teufels Name genannt war. – Christophorus fragt nach, der König weicht aus und gibt schließlich zu: „Wann ich den Teufel höre nennen, so segne ich mich mit diesem Zeichen; denn ich fürchte, dass er sonst Gewalt gewinne über mich und mir schade.“ Da trennen sich ihre Wege. Es gibt einen Mächtigeren als den König. Christophorus sucht nun den Teufel, findet einen Ritter wild und schrecklich anzusehen, und begibt sich in seinen Dienst. Ich suche den Herrn den Teufel denn ich wäre gern sein Knecht. Sprach der Ritter »Ich bin der, den du suchst… «

Wir sehen einen Menschen auf der Suche, wem er dienen möchte. Ein einziges Leben haben wir, und es ist nicht egal, wem wir es widmen, wem wir dienen. Die Christophoruslegende erzählt von einem Menschen auf der Suche nach einer Herausforderung, die es wert ist, dass er sich ihr stellt, und er gerät bei seiner Suche an den Teufel, an den Bösen, das Böse.

Da sie nun mit einander dahin zogen, kamen sie einst auf eine Straße, da war ein Kreuz am Wege erhöhet. Alsbald der Teufel das Kreuz sah, floh er voll Furcht und ließ die Straße und führte Christophorus zur Seite einen rauen und wüsten Weg, und darnach wieder zu der Straßen.

Der Teufel ist hier der, der auf Abwege führt und der einen Bogen um das Kreuz macht. Christophorus spürt, dass etwas nicht stimmt und gibt sich nicht zufrieden, bis er die Wahrheit erfährt.

Es ist ein Mensch gewesen, Christus mit Namen, den hat man ans Kreuz geschlagen; und so ich dieses Kreuzes Zeichen sehe, so fürchte ich mich sehr und muss es fliehen. – Sprach Christophorus »So ist dann jener Christus größer und mächtiger denn du, so du sein Zeichen so sehr fürchtest«

Er gibt dem Teufel Lebewohl und sucht lange Zeit, ob ihm jemand von Christus möchte Kunde geben. Zuletzt kam er zu einem Einsiedler, der predigte ihm von Christus und unterwies ihn mit Fleiß im Glauben. Und sprach zu Christophorus »Der König, dem du dienen willst, begehrt, dass du viel fastest«. Christophorus antwortete: »Er fordere von mir ein ander Ding, denn dies vermag ich nicht zu tun«. Sprach der Einsiedler »Es ist not, dass du viel betest«. Antwortete Christophorus »Ich weiß nicht, was das ist, und kann ihm darin nicht folgen«

Fasten und Beten ist also wohl christlich, aber vielleicht nicht jedermanns Sache, und Christophorus muss es nicht lernen, muss sich nicht mit 7 Wochen ohne befassen und nicht einmal das Vaterunser lernen.

Der Einsiedler sagt ihm: »Weißt du den Fluss, darin viel Menschen umkommen, so sie hinüber wollen fahren>?« Antwortete Christophorus »Ja, ich weiß ihn«. Und der Einsiedler sprach »Du bist groß und stark: setze dich an den Fluss und trage die Menschen dahinüber, so wirst du Christus dem Könige gar genehm sein, dem du zu dienen begehrst; und ich hoffe, dass er sich dir daselbst wird offenbaren«. Sprach Christophorus: »Das vermag ich wohl und will ihm hierin dienen«. Also ging er zu dem Fluss und baute sich am Ufer eine Hütte. Er nahm eine große Stange in seine Hand statt eines Stabes, darauf stütze er sich im Wasser und trug die Menschen alle hinüber ohn Unterlass.

*

In allem erweisen wir uns als Diener Gottes, schreibt Paulus, und zählt auf, was ihm alles widerfahren ist und widerfährt, ein langer Katalog: in großer Geduld, in Bedrängnissen,… Alles nimmt er in Kauf um dieses Dienstes willen. … in Ehre und Schande; in bösen Gerüchten und guten GerüchtenAls die Sterbenden, und siehe, wir leben.

Es ist gut, liebe Gemeinde, wenn wir wissen, was wir tun müssen, wenn wir uns nicht zu sehr mit unseren Ängsten und Sorgen und Befürchtungen befassen, nicht zu sehr mit Fitnesstraining, Freizeitprogramm, Work-Life-Balance, nicht zu sehr mit uns selbst, sondern mit dem, was wir tun können.

Der Einsiedler hat Christophorus als erstes empfohlen zu fasten. – Und wer nun sieben Wochen bis Ostern – oder für die Dauer des Krieges oder für irgendeine Not fasten kann, der soll das tun! 7 Wochen ohne – in Solidarität mit den Menschen, die nun den Krieg erleiden oder in Solidarität mit den Menschen, die hungern. Wer nicht fasten kann, kann etwas anderes.

Beten. Friedensgebete halten, zu Friedensgebeten gehen. Und vielleicht werden auch Solidaritätskonzerte zu Gebeten! Vielleicht kann man sein Inneres nach außen kehren und zeigen, dass man nicht unberührt ist von dem, was man erfährt. Herr, erbarme Dich! Kyrie eleison! Und stets ist das Gebet eine Haltung, eine innere Zwiesprache, ein Reden des Herzens, wie Luther sagt. Aber wer nicht beten kann, kann etwas anderes.

Spenden, Hilfsbereitschaft zeigen! So wie Christophorus den Menschen über den Fluss geholfen hat, können wir den Menschen, die hier ankommen, in ein neues Leben helfen. Vielleicht können wir nur wenig tun, aber zumindest wie Christophorus und wie Paulus können wir unterwegs sein mit der Frage, wem wir dienen, bis wir den Platz gefunden haben, an dem wir gebraucht werden.

Die Christophorus-Legende geht so weiter, dass ein Kind ihn ruft, das er zunächst gar nicht gesehen hatte. Erst als es zum dritten Mal ruft, nimmt er es wahr. Christophorus nahm das Kind auf seine Schulter, ergriff seine Stange und ging in das Wasser. Aber siehe, das Wasser wuchs höher und höher, und das Kind ward so schwer wie Blei. Je weiter er schritt, je höher stieg das Wasser, je schwerer ward ihm das Kind auf seinen Schultern; also dass er in große Angst kam, und fürchtete, er müsste ertrinken. Und da er mit großer Mühe durch den Fluss war geschritten, setzte er das Kind nieder und sprach »Du hast mich in große Gefahr gebracht, Kind, und bist auf meinen Schultern so schwer gewesen: hätte ich alle diese Welt auf mir gehabt, es wäre nicht schwerer gewesen«. Das Kind antwortete »Des sollst du dich nicht verwundern, Christophorus; du hast nicht allein alle Welt auf deinen Schultern getragen, sondern auch den, der die Welt erschaffen hat. Denn wisse, ich bin Christus, dein König, dem du mit dieser Arbeit dienst.«

„Wer ein Menschenleben rettet, dem wird es angerechnet, als würde er die ganze Welt retten. Und wer ein Menschenleben zu Unrecht auslöscht, dem wird es angerechnet, als hätte er die ganze Welt zerstört“ heißt es im Talmud.

Ich denke, nur das hilft uns in dieser Gefahr, in der wir heute stehen und in der die Welt heute steht, dass wir unseren Dienst nicht verlassen, dass wir uns ansprechbar zeigen und unsere Antwort geben, sei es im Fasten, im Beten, im Handeln.

Zum Schluss möchte ich an den Anfang des Predigttextes erinnern, der lautete:

Als Mitarbeiter aber ermahnen wir euch, dass ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfangt. Denn er spricht (Jes 49,8): »Ich habe dich zur willkommenen Zeit erhört und habe dir am Tage des Heils geholfen.« Siehe, jetzt ist die willkommene Zeit, siehe, jetzt ist der Tag des Heils!

Tag des Heils? Ist das nicht zynisch?

Nein. Wenn im Unheil dieser Welt ein Licht aufscheint, wenn es so sein kann, dass Menschen nicht nur Verzweiflung empfinden, sondern Aufatmen, Erleichterung, Frieden im Kleinen, wenn etwas Aussicht hat auf Heilung, sodass man von einem Tag des Heils wieder sprechen könnte, dann ist es nicht zynisch. Um das lasst uns bitten und dafür lasst uns handeln. Amen.


[1] Die Legenda aurea des Thomas von Voragine. Aus dem Lateinischen übersetzt von Richard Benz. 1955 Lambert Schneider, 111993, S. 498ff

Traum, Alptraum, Wirklichkeit…

Kilianskirche Bissingen/Enz

Predigt in der Kilianskirche und in der Martin-Luther-Kirche Bissingen
am 6. Februar 2022
(IV. Sonntag vor der Passionszeit)

Predigttext (Matth. 14,22-33)

22Und alsbald drängte Jesus die Jünger, in das Boot zu steigen und vor ihm ans andere Ufer zu fahren, bis er das Volk gehen ließe. 23Und als er das Volk hatte gehen lassen, stieg er auf einen Berg, um für sich zu sein und zu beten. Und am Abend war er dort allein. 24Das Boot aber war schon weit vom Land entfernt und kam in Not durch die Wellen; denn der Wind stand ihm entgegen. 25Aber in der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen und ging auf dem Meer. 26Und da ihn die Jünger sahen auf dem Meer gehen, erschraken sie und riefen: Es ist ein Gespenst!, und schrien vor Furcht. 27Aber sogleich redete Jesus mit ihnen und sprach: Seid getrost, ich bin’s; fürchtet euch nicht! 28Petrus aber antwortete ihm und sprach: Herr, bist du es, so befiehl mir, zu dir zu kommen auf dem Wasser. 29Und er sprach: Komm her! Und Petrus stieg aus dem Boot und ging auf dem Wasser und kam auf Jesus zu. 30Als er aber den starken Wind sah, erschrak er und begann zu sinken und schrie: Herr, rette mich! 31Jesus aber streckte sogleich die Hand aus und ergriff ihn und sprach zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? 32Und sie stiegen in das Boot und der Wind legte sich. 33Die aber im Boot waren, fielen vor ihm nieder und sprachen: Du bist wahrhaftig Gottes Sohn!

Liebe Gemeinde,

was ist das, was uns hier erzählt wird? Eine Geschichte, die sich irgendwann ereignet hat, eine wirkliche Geschichte? Oder die Erinnerung an eine Geschichte? Ist es ein Traum, ein Alptraum? Vermischen sich hier die Realitäten? Auch im Traum erleben wir eine Wirklichkeit, erschrecken, erleben Angst und erwachen aus der Angst.

Nur das Matthäusevangelium kennt diese Geschichte vom sinkenden Petrus. Nur das Matthäusevangelium kennt auch den Taufbefehl: Gehet hin in alle Welt, machet zu Jüngern alle Völker, tauft sie… – Ist diese Geschichte für den Evangelisten die Geschichte von der Taufe des Petrus? Erzählt sie seinen Untergang, seine Rettung…? Erzählt sie etwas von Petrus, wo er durchmusste, um das zu werden, was er später war, um das werden zu können, was er später war?

Hat er das gebraucht, Petrus, dass er, der sich stark gefühlt hat, im Glauben stark, der darauf vertraut hat, mit seinem Glauben auch übers Wasser gehen zu können, wenn Jesus ihn ruft? Hat er es gebraucht, dass es ihn kalt erwischt hat mit dem Verlust des Glaubens in einem einzigen Moment, Zweifel, Angst, Todesangst, das Verloren Sein in der Nacht? Und den dann doch etwas gerettet hat, Jesus selbst, dessen Hand er ergreift als es schon fast zu spät ist.

Wer denkt da nicht zugleich an die Menschen in überfüllten Flüchtlingsbooten, die versuchen, ihr Leben zu retten, indem sie sich aufs Meer wagen? Nur von denen, die gerettet wurden, kennen wir vielleicht ihre Geschichten, nicht aber von denen, die ihr Grab im Meer gefunden haben, die niemand gerettet hat.

Wie erzählen die Geretteten ihre Geschichte? Wie erzählen sie sie am Tag der Rettung und wie nach einem Jahr? Wie erzählen sie sie nach Jahren und wie im Rückblick auf ihr Leben?

Es fühlt sich an, als hätte sich in dieser Geschichte vom sinkenden Petrus vieles verdichtet, was im Leben geschehen ist, geschehen sein kann. Sie besteht aus einzelnen Bildern. Zuerst Jesus, der sich zurückzieht, der auch die Jünger nicht um sich haben will, der die Einsamkeit sucht: … stieg auf einen Berg, um für sich zu sein und zu beten. Und am Abend war er dort allein.

Stille.

Das andere Bild war schon angelegt und tritt jetzt in den Vordergrund: die Jünger, die in einem Boot sitzen, alle in einem Boot und aufs andere Ufer zusteuern: Es ist das Bild der Jünger, die für eine Überfahrt, für ein Unternehmen, ein Vorhaben ohne Jesus unterwegs sind. Immer wieder hat er sie losgeschickt, damit sie es lernen, ohne ihn unterwegs zu sein, auf den Straßen des Lebens und im Boot. Aber dieses zweite Bild verwandelt sich unversehens ins Bedrohliche, wandelt sich extrem ins Bedrohliche. Aus der Überfahrt wird ein nächtliches hin und her geworfen Sein inmitten furchtbarer Wellen, und schon fühlt es sich nicht mehr an wie auf dem See Genezareth am Fuß des Golan, sondern viel eher wie mitten im großen Ozean.

Das dritte Bild beschreibt die vierte Nachtwache, in der man dem Gefühl ausgeliefert ist, dass die Nacht lang ist, unendlich lang, und in der unendlich langen Nacht sehen sie eine Gestalt: …und schrien vor Furcht! Männer! Sonst starke Typen, die in ihrer Angst meinen, einem Dämon zu begegnen, einem Nachtgespenst.

Dann Jesus: Seid getrost, ich bin’s; fürchtet euch nicht! – und die Geschichte geht weiter, wie wir sie kennen und wie sie uns zugleich wirklich und unwirklich vorkommt.

Am nächsten Morgen wird sie nicht in der Zeitung stehen. Aber viele Geschichten, die in der Zeitung stehen und noch mehr Geschichten, die in keiner Zeitung stehen, wird man mit dieser Geschichte in Verbindung bringen können: Was Menschen durchgemacht haben, worin sie zu versinken drohten, in der Arbeit, in der Trauer, in Überforderung, Menschen, denen man zugetraut hatte, dass sie übers Wasser gehen oder die sich das selbst zugetraut hatten. Und dann war der Halt weg, der Boden unter den Füßen schwankend, das Selbstvertrauen zusammengeschrumpft auf ein Nichts, das Seil nicht zu greifen.

*

Am anderen Morgen war da die Erinnerung, dass es die Hand Jesu gewesen sein musste, die Petrus gehalten hat. Am anderen Morgen war da auch die Erinnerung, dass wie durch ein Wunder der Sturm sich gelegt hat.

*

Aber es ist da noch etwas anderes: solche Erfahrungen nimmt man in sein weiteres Leben anders mit als die Erinnerung an einen schönen Urlaub, anders als die Erinnerung an eine Bootsfahrt, die sich dann als kleine Herausforderung entpuppt hat. Es sind Geschichten von Dingen, die man durchgemacht hat, die man verarbeiten muss. Der Evangelist Matthäus wollte in seinem Evangelium auf diese Geschichte nicht verzichten. Als einziger nimmt er sie auf in seinen Text. Dass er sie aufschreibt und überliefert, ist Teil dessen, dass man solche Erfahrungen verarbeiten muss, sie immer wieder neu durchdenken –, und immer wieder kommen sie hoch. Man muss es manchmal zulassen, dass sie wieder hochkommen, oder manchmal unterdrücken, muss darüber reden und kann vieles vielleicht doch nicht richtig erzählen, weil es noch viel schlimmer war oder viel wunderbarer: Kriegserfahrungen, Erfahrungen von Verlust, von Angst, Verzweiflung, Nicht-Weiter-Wissen, aber Weiter-Müssen. Und ebenso sind es Erfahrungen der Rettung, des Erwachens ohne Angst, des Geborgen-Seins, Erfahrungen, dass das Leben neu geschenkt ist, die man verarbeiten muss. Wie erzählt man sie?

*

Noch eines gehört zu dieser Geschichte: Petrus wird nicht in erster Linie als der gezeigt, der in der Kirche eine steile Karriere gemacht hat, der es zum Stellvertreter Christi gebracht hat. Ganz andere Seiten gehören zum Bild dieses Jüngers.

Da ist auch der Aussteiger: Petrus, der in dieser Geschichte versucht, das sinkende Boot zu verlassen – nicht auf Teufel komm raus, sondern in Selbstüberschätzung. Als Aussteiger scheitert er: „Herr, rette mich!“

*

Die Kirche – seit der Reformation denken wir, wenn es um Petrus geht, an die katholische Kirche, aber bis zur Reformation haben wir mit der katholischen Kirche eine gemeinsame Geschichte und sind einander bis heute als Konfessionen verwandt und verbunden. Die Kirche hat das Papstamt als Petrusamt verstanden – und sich selbst als das Boot, das ans andere Ufer unterwegs ist. In unseren Tagen ist die Kirche erneut in schwerer See unterwegs. Es ist nicht nur einer, der aussteigt, es sind viele. Sie sagen, sie können auch ohne Kirche glauben und verlassen das Boot. – Noch mehr in schwerer See ist der emeritierte Papst Benedikt, der nicht mehr souverän ist, zugleich ein alter Mann. Wird das Boot wieder in ruhiges Fahrwasser gelangen, ihr Petrusnachfolger wieder Hirte sein können? Wann ist der Sturm gestillt – und von wem?

*

Am Ende der Geschichte wird nicht geschildert, wie sie ankommen. Es wird nicht bis zu einem Happy End erzählt. Wir sehen die Jünger nicht tropfnass und erschöpft aus dem Boot steigen und Interviews geben, erfahren nicht, dass sie sich nun erst einmal erholen müssen. Die Geschichte endet mit dem Satz: Die aber im Boot waren, fielen vor ihm nieder und sprachen: Du bist wahrhaftig Gottes Sohn!“ Das erinnert an den Chor in der griechischen Tragödie, der kommentiert, an den Chor im Weihnachtsoratorium, der die Geschichte so einrahmt, dass sie erst zum Oratorium wird. Am meisten erinnert mich dieser Schluss an das Halleluja im Messias von Georg Friedrich Händel: Am Ende die Anbetung, als wären alle Fragen darin aufgehoben.

Dann kommt die nächste Geschichte: Im Evangelium – oder hier bei uns, und immer wieder die Frage, wo Jesus ist, und ob er bei uns ist und wie wir mit ihm und ohne ihn durchs Leben kommen. Amen.

Wie halten Sie es mit der Religion?

Die Nationale Versammlung der Bahaì in den USA hat ihn einst initiiert, den WORLD RELIGION DAY, immer am 3. Sonntag im Januar, erstmals 1950. Inzwischen wird er auch über die USA hinaus wahrgenommen. Das Mühlacker Tagblatt hat am Samstag, 22. Januar eine kleine Umfrage von Volker Henkel veröffentlicht, für die ich mit anderen zusammen angefragt wurde. Aus den eingereichten Antworten auf sechs Fragen hat die Redaktion jeweils ein kurzes Statement ausgewählt.

Umfrage Mühlacker Tagblatt 22.01.22: Wie halten Sie es mit der Religion?

Meine Antworten auf die Fragen im Ganzen:

  1. Welche Gedanken haben Sie, wenn Sie Religion hören?

Erst einmal bin ich neugierig, worum es geht. Religion kann voller Schönheit, Spiritualität, Liebe, Hingabe, Selbstvergessenheit sein. Sie kann sich auch negativ zeigen in Ideologie, Dogmatismus, Intoleranz.

  • Welche Erfahrungen haben Sie mit Religion gemacht?

Da ist meine eigene Lebensgeschichte, die sich ohne „Religion“ gar nicht erzählen lässt. Da sind aber auch viele interessante und schöne Begegnungen mit Menschen anderer Religionen, anderen Glaubens, anderer Konfession. Wo eine Offenheit füreinander besteht, auch für Fremdes, können Begegnungen sehr bereichernd sein.

  •  Was wünschen Sie sich von einer Religion?

Ich weiß nicht, ob man sich von einer Religion etwas wünschen kann. Man kann sich von Gott etwas wünschen, vom Leben etwas erhoffen. Aber von einer Religion etwas wünschen? Ich wünsche mir, dass Religion mich nicht bedroht, sondern weiterbringt. Aber eine Wunschreligion wünsche ich mir nicht. Religion sollte mir einen Weg eröffnen, der vielleicht sogar unbequem sein kann.

  • Was können Vor- und Nachteile einer Religion sein?

Schwierige Frage. Es kann sehr hilfreich sein, mit anderen seinen Glauben zu teilen, gemeinsam einen Weg aus Überzeugung zu gehen. Religion stiftet Gemeinschaft. Das kann im Einzelfall aber auch bedeuten, dass es eng wird, statt weit, dass man gemeinsam auf einen Weg gerät, der nicht weiterführt, dass man die Augen verschließt vor Dingen, die man nicht sehen oder wahrhaben will.

  • Wie wird Ihrer Meinung nach Religion bei uns in Deutschland gelebt?

Oft sehr oberflächlich. Man erwartet von Gott, dass man beschützt, behütet gut durchs Leben kommt und möchte im Übrigen von ihm in Ruhe gelassen werden. Zugleich spüren wir deutlich, dass wir übergriffig sind gegenüber der Natur und den Generationen nach uns ein Erbe hinterlassen, für das wir nicht gerade stehen können. Kann die Menschheit sich selbst retten?

  • Wie sollte Religion gelebt werden und wie lebst Du sie?

Zur Religion gehören Ehrlichkeit und eine Antwort auf die Frage, wofür ich dieses einzige und einmalige Leben einsetzen möchte, das mir geschenkt ist. Ich glaube nicht, dass wir auf der Welt sind, um es bequem und schön zu haben, sondern um unseren Beitrag zum Guten zu geben. Deshalb engagiere ich mich an verschiedenen Stellen, bin aktiv in meiner Kirche und versuche im Rhythmus von Sonntag und Werktag, Gottesdienst und Alltag präsent zu sein.

Rückblick – Januar 2000

Amtsblatt Markgröninger Nachrichten zum 2. Sonntag nach Epiphanias, 16.01.2000

Wochenspruch:     Das Gesetz ist durch Mose gegeben, die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden. Johannes 1,17

Liebe Leserinnen und Leser,

„Aber eins ist wahr: / dass das neue Jahr / mal ein altes Jahr / werden wird und gar / ein sehr altes Jahr,…“ So heißt es in dem Gedicht „Neujahrsbedenken“ von Hans Scheibner.

In der Tat, Mitte Januar hat das Neue Jahr schon seinen ersten Glanz verloren und ist der Alltag eingekehrt. Trotzdem: Ihnen allen einen herzlichen Gruß zum Jahr 2000 und dass es ein gutes Jahr für Sie werde, für unsere Stadt und auch für unsere Kirchengemeinde!

Die kirchlichen Nachrichten beginnen wieder mit den Wochensprüchen zur kommenden Woche. Das soll also bleiben im Jahr 2000, dass ein Bibelvers vorangestellt wird und wir uns um sein Verständnis mühen.

„Das Gesetz ist durch Mose gegeben…“ Das wird im Johannesevangelium als eine große Errungenschaft angesehen und ist es auch. Bei all den Rückblicken auf das Jahr 1999, auf das Jahrhundert und die Jahrtausende war diese Errungenschaft wohl kaum genannt und wäre doch der Erwähnung wert gewesen: „Das Gesetz ist durch Mose gegeben…“, die 10 Gebote also und das Gebot, den Nächsten zu lieben, und all die anderen Gebote und Gesetze, die sich davon ableiten. Die Menschheit wäre nicht sehr weit gekommen, hätte statt der Gebote das Recht des Stärkeren regiert.

„Die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.“ Das gilt im Johannesevangelium als die noch größere Errungenschaft, und die Geschichten, die das Johannesevangelium erzählt, verdeutlichen dies: Wasser wird zu Wein, der Gelähmte steht auf, der Blinde sieht das Licht, die Ehebrecherin wird freigesprochen, … Die Gnade und Wahrheit – das ist das Unerwartete, was man kaum zu hoffen gewagt hätte, was einem vielleicht die Tränen in die Augen treibt. Mög‘ das Neue Jahr davon etwas bringen, dass wir ein Lied davon singen können: amazing grace, how sweet the sound…                        Ihr Pfarrer Traugott Plieninger

Stifte der Zuversicht

Ein Impuls von


Damit Flüchtlingskinder
in Syrien nicht vergessen werden.


Liebe Leserin,
lieber Leser meines Blogs,
mit unserem Verein Fokus Nahost e.V. – Netzwerk für Frieden und Vielfalt unterstützen wir basisnahe Projekte, die der Bedrohung der einmaligen ethnischen, kulturellen und religiösen Vielfalt im Nahen Osten entgegenwirken. Stifte der Zuversicht verteilen wir in Solidarität mit einer Initiative, die sich seit vier Jahren um Kinder in Flüchtlingslagern im Süden Syriens kümmert. Die Stifte stehen symbolisch für Schule, Lernen, Zukunftsperspektive, Hoffnung für Kinder und ihre Familien.

Mit dabei sein kann man mit einer Spende: jeder noch so kleine Betrag hilft. Das Spendenkonto findest Du im Flyer, die Stifte gibt es bei uns Fokus-Nahost-Leuten, also z.B. auch bei mir.
Wir würden uns freuen, wenn Du mitmachst!

„Auf, lasst uns spielen, lasst uns lernen“ hat die Deutsche Gabriele Conrad-Hamzé das Projekt für syrische Flüchtlingskinder genannt, das sie 2016 mit ihrem Mann Chafiq Hamzé begonnen hat. Engagierte Lehrerinnen und Ehrenamtliche kümmern sich um die Kinder. Die Flüchtlingslager liegen im Süden Syriens bei Soueida, einer drusisch-christlichen Gegend. Hierher sind viele Familien aus dem Norden geflüchtet. Momentan sieht es nicht so aus, als könnten sie in absehbarer Zeit wieder zurückkehren. Viele Häuser wurden zerstört.

Über Flüchtlinge innerhalb Syriens hören wir in Deutschland wenig. Es gibt zwar Zahlen, aber wenige Berichte. Die Menschen, die ab 2016 in die Gegend von Soueida geflüchtet sind, gehören zu einer bäuerlichen, seit jeher unterprivilegierten Schicht im Norden Syriens. Sie hatten schon davor unter jahrelang ausbleibenden Regenfällen gelitten. Dann kamen der Bürgerkrieg und die Gräueltaten des Islamischen Staats (IS) dazu. Die Flüchtlinge, die aus Hassake und Qamishli im Norden stammen, sind Aramäer, Kurden, Araber und Armenier. Unter ihnen sind auch Christen. Aus Deir-ez Zor sind sunnitische Muslime in den Süden geflüchtet.

Morgengymnastik

Die Morgengymnastik gehört genauso zu den Ritualen der Schule wie das gemeinsame Essen, das für die zum Teil unterernährten Kinder sehr wichtig ist.


Das Hochplateau von Soueida liegt auf ca. 1000m Höhe. Im Winter ist es hier bitter kalt und die Zelte geben nur wenig Schutz. Im Sommer wird es sehr heiß.

Auch wenn der Platz beengt ist – die Kinder lernen begierig. In der Schule wird im Winter etwas geheizt und die Kinder können sich hier auch waschen.

Angesichts der katastrophalen Unterbringungs- und Bildungssituation der Kinder geht es vor allem darum, die Kinder aus den Zeltlagern bei Soueida durch spielerisches Lernen auf eine Einschulung vorzubereiten und den Kindern, die teilweise traumatisiert und verstört sind, eine breit gefächerte soziale Betreuung zu geben.

In dem Zentrum werden ca. 100 Kinder erreicht, die an drei Tagen in der Woche fünf Stunden unterrichtet werden – in einem weiteren Raum gestaltet eine Erzieherin ein Programm für Kindergartenkinder. Weit mehr Kinder sind eingeschrieben, ein Drittel muss aber mit den Eltern in den Gemüsefeldern der Umgebung arbeiten. Den Unterricht und die soziale Betreuung nehmen fünf kompetente, liebevolle Lehrerinnen wahr. Zusätzlich kommen regelmäßig zwei ehrenamtliche Erzieherinnen, die eine spezielle Ausbildung für kriegsgeschädigte Kinder haben.

Vor vielen Jahren errichtete Chafiq Hamzé aus eigenen Mitteln ein Umweltzentrum, dessen Gebäude heute für die Flüchtlinge genutzt werden. Er arbeitet in der Organisation des Projekts tatkräftig mit.

Mit Begeisterung und Ungeduld erwarten die Kinder ein jede Woche aufgeführtes Puppenspiel, das eine ausgebildete Kraft pädagogisch fundiert vorbereitet. Die Kinder erhalten jeden Tag eine gesunde Mahlzeit. Sie werden auch mit Kleidung und – wenn nötig – mit Medikamenten versorgt.
Während des Corona-Lockdowns im Sommer 2020 haben die Ehrenamtlichen mit Gabriele Hamzé Aufgaben zusammengestellt, die ins Camp gebracht wurden und unter Beaufsichtigung eines engagierten Studenten aus dem Dorf bearbeitet und zurückgebracht wurden. Ferner haben sie Lebensmittel-Care-Pakete im Camp verteilen lassen. Mittlerweile sind die Schulen wieder geöffnet und die Arbeit läuft wie vor dem Lockdown.

Die Märkte sind gut versorgt, aber die Lebensmittelpreise sind in den letzten Monaten explodiert und treiben schon die Normalbürger in den Ruin. Es gibt wenig Strom und das Benzin wird in Literflaschen gekauft. Viele Flüchtlingskinder zeigen Anzeichen von Unterernährung.

Die ansässigen Hilfsorganisationen kommen meist nur vorbei, um Statistiken zu erheben. Gabriele Conrad-Hamzé schreibt, dass die Hilfsgüter des UNHCR und Lebensmittelhilfen vom Roten Halbmond im Suq verkauft werden. Diese müssen sie dann zur kalten Jahreszeit für die Ärmsten im Camp wieder teuer zurückkaufen.
Zu der Angst vor Corona und Hunger kommt die Angst vor Angriffen. So schlugen Anfang Oktober einige Raketen im Nachbardorf ein – acht junge Menschen starben. Die Menschen in den Flüchtlingslagern und in den Dörfern sind von einem normalen, friedlichen Leben noch weit entfernt.

(c) Text und Bilder: Fokus Nahost

Weiterführende Informationen: Interview mit Gabriele Hamzé-Conrad im EKD-Portal: „Das Syrien, das wir einmal kannten, ist verloren gegangen.“ Vgl. auch das 2018 im Autumnus-Verlag erschienene Taschenbuch:

Bissinger Impressionen

Längst ist es Herbst geworden, aber immer noch faszinieren die Bilder, die durch die Herbstsonne entstehen. Wolken und blauer Himmel spiegeln sich in der Enz. Nach einem Regentag schafft es die Abendsonne noch, die abziehenden Wolken in ein besonderes Licht zu tauchen. Weitere Bilder von unseren Spaziergängen in und um Bissingen und an der Enz findest Du auf meinem FlickR-Account im Album Bissingen-Impressionen.

Libanon-Impressionen 2018

Ein Reiseblog

Liebe Leute, Leserinnen und Leser,
dies ist ein erster Versuch. Im Schreiben eines Blogs bin ich ein Anfänger. Zu  spät habe ich bemerkt, dass ich die neuesten Beiträge lieber oben schreiben sollte, statt unten. Aber nun ist’s passiert und ich bitte Sie/Euch, nachsichtig zu sein, wenn man immer nach unten scrollen muss, um das Neueste zu lesen.

Ich freue mich sehr, dass ich diese Reise mitmachen kann und darf; sie ist mehr und anders als ein Urlaub. Was ich hier im Libanon erlebe, möchte ich gerne teilen und verstehe mich auch weniger als Tourist, denn als einer, der die Hand reichen möchte über Grenzen und Länder hinweg. Ich habe das Gefühl, dass es uns und mich etwas angeht, was hier geschieht, und dass wir uns selbst viel besser verstehen, wenn wir lernen, andere zu verstehen.

Mehr Bilder gibt’s auf meinem FlickR-Account. Der Link zum Libanon-Album ist hier.

Die Johann-Ludwig-Schneller-Schule

Mit diesem Haus hat die Geschichte hier in Khirbet-Qanafar in der Bekaa-Ebene, Libanon, angefangen. Inzwischen ist ein weiträumiges Gelände bebaut mit Kindergarten, Schule, Internat für Jungen, Internat für Mädchen, mit Werkstätten, Verwaltungsgebäuden… Auch eine Kirche und ein Gästehaus gehören dazu. Hier wohnen wir, eine Gruppe von 20 Leuten, die sich Zeit genommen haben, die Schneller-Schule im Libanon kennenzulernen oder als ehemalige Mitarbeitende zurückzukommen. Eine beeindruckende Geschichte von Engagement und Sinn, an der viele mitgearbeitet und mitgeschrieben haben. Mehr als ich hier erzählen will, findet man auf der Seite der Schneller-Schule selbst: www.jlss.org.

[Übrigens hat die Schneller-Schule auch eine Schwester: die Theodor-Schneller-Schule in Amman, Jordanien. Beide Schulen haben ihre Wurzel im „Syrischen Waisenhaus“ in Jerusalem, gegründet 1860, das bis 1948 bestand und danach im Libanon und in Jordanien weitergefüht wurde.]

Die „Schneller-Stiftung – Erziehung zum Frieden“ ist eine der Verbindungen nach Württemberg und Deutschland und symbolisch hier im Zedernhain präsent. Für alle Stifterinnen und Stifter  wurde auf diesem Areal eine Zeder gepflanzt. Aber nicht nur die Stiftung, viele Organisationen, Firmen, Institutionen, Einrichtungen haben die Schneller-Schulen im Libanon und in Jordanien unterstützt,  weil hier eine durch und durch sinnvolle und gute Arbeit getan wird.

Wir sind am Mittwoch, 23 Mai, in Stuttgart gestartet und waren am Abend in Khirbet-Qanafar, werden empfangen mit einem einfachen, guten Abendessen im Speiseraum. – Von Beirut aus sind wir über das Libanon-Gebirge (Passhöhe 1600m) gekommen und in die Bekaa-Ebene auf ca. 950m wieder hinuntergefahren. Das Wetter im Mai ist angenehm, dieses Jahr schon sommerlich. Wir wohnen in den gut eingerichteten Zimmern des Gästehauses und haben dort auch ein „Wohnzimmer“ für die ganze Gruppe zum abendlichen Zusammensitzen.

Der erste  Tag gehört dem Kennenlernen der Johann-Ludwig-Schneller-Schule. Wir starten im Verwaltungsgebäude, gehen durch das Gelände, bekommen Zutritt in die Internats-Gebäude und in die Ausbildungswerkstätten, überall freundliche und zufriedene Gesichter, eine Atmosphäre von Peace-Education, Friedenserziehung. Direktor George H. besucht unsere Gruppe und berichtet über die Arbeit, über Erfolg und Schwierigkeiten, Alltägliches und Besonderes. 80% der Schülerinnen und Schüler sind Muslime, 20% Christen, teilweise wohnen sie  im Internat, teilweise werden sie morgens mit Bussen abgeholt. Ein Teil der Schülerinnen und Schülern sind Flüchtlingskinder. Toleranz ist hier ganz hoch eingestuft, aktive Toleranz.

Freitag, 25. Mai – Zeita Grotto und Byblos   

Abfahrt um 9 Uhr an der Schneller-Schule. Ziel ist heute Byblos. Dh, dass wir mit dem Bus übers Gebirge zum Mittelmeer hinunterfahren. Nördlich von Beirut biegen wir zunächst ab ins Nahr El-Kalb – Valley zur Jeita Grotto, einer gigantischen Tropfsteinhöhle, dergleichen auf der schwäbischen Alb nicht zu finden ist. Touristisch gibt’s allerlei drum herum: eine Kabinenseilbahn vom Parkplatz zum oberen Eingang, alternativ ein kleiner Zug mit offenen Waggons. Wer im Libanon ist und ein wenig Zeit mitbringt, sollte sich den  Besuch nicht entgehen lassen. Mit dem Ticket kann man die Höhle zweimal besuchen: über den oberen Eingang zu Fuß, während man vom unteren Eingang aus mit dem Boot hineinfährt. Die Höhle ist sehr gut erschlossen und einzigartig mit LED-Technik ausgeleuchtet. Überall sind Aufsichtspersonen, die akribisch darauf  achten, dass nichts weggeworfen, nichts berührt, nichts abgebrochen wird. Fotografieren ist, wie man ahnt, strikt verboten. Aber es gibt schöne Bilder auf der Website. Das Foto hier im Blog zeig den Eingangsbereich des Gesamtareals.

Am frühen Nachmittag sind wir in Byblos, einer der am längsten dauerhaft besiedelten Orte der Erde. Historisches Terrain auf Schritt und Tritt, aber eben auch  ein wunderschönes malerisches Mittelmeer-Städtchen mit orientalischem Flair, mit Kirchen, Moscheen, Geschäften, Restaurants am Hafen, in der Altstadt und am Strand. Byblos ist stolz auf die phönizische Geschichte, hat dem phönizischen Alphabeth eine Stele gewidmet.

Unser deutsches Wort „Bibel“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt einfach „Buch“. In Wirklichkeit aber verdankt auch das griechische „Byblos“, „Buch“,  seinen Namen dieser Stadt „Byblos“, die einst ein Königreich war und deren Name mit der Schrift ganz und gar eins geworden ist, weil hier Schrift und Papier (Papyrus) eine zentrale Rolle gespielt haben. Unsere „Bibel“ und „Byblos“: hier im Libanon findet sich der Ursprung des Wortes.

Mich aber interessiert auch sehr ein Besuch im „Armenian Genocide Orphans  – ′Aram Bezikian Museum′“ in der Armenia Street am Rand des historischen Stadtzentrums.

Es ist der Geschichte der Waisen aus dem Völkermord zu Beginn des 20. Jahrhunderts gewidmet und wurde am 01.09.2015 mit einem völlig neuen Konzept der Öffentlichkeit präsentiert.

Eine Website des Museums gibt es nicht, aber eine Präsenz auf Facebook, auf der auch Bilder eingestellt sind. Über die Geschichte der Genozid-Waisen hier zu schreiben wäre für mich ein zu hoher Anspruch. Das Museum zu besuchen aber war ein Muss. Es ist eine unglaublich große Anzahl an Dokumenten zusammengetragen und in einer ausgezeichneten Weise präsentiert. Wenn sich nur nicht solch eine schreckliche Geschichte dahinter verbergen würde! Man kann es 100 Jahre später noch nicht fassen, was Menschen anderen Menschen an Grausamkeiten zufügen können. Zugleich aber dokumentiert das Museum auch eine Geschichte von Menschlichkeit, von Widerstand gegen das Unrecht, eine Geschichte von Hoffnung und Ermutigung. Leider ist von der Gruppe niemand mitgegangen, und vermutlich war ich an diesem Tag überhaupt der einzige Besucher.  Zumindest habe ich den Mann am Eingang gefragt, ob vor mir schon andere Gäste gekommen wären. Er hat ausweichend geantwortet – und in der guten Stunde, in der ich dort war, war außer mir niemand anzutreffen.

Abendessen gab es dann in einer Taverne am Strand in gut gelaunter Atmosphäre. Gleich nach dem Sonnenuntergang mussten wir leider aufbrechen. 90 Minuten Rückfahrt über die Berge lagen noch vor uns. Wir sind wohlbehalten angekommen.

Samstag, 26. Mai: Joub Jannin und Litani-Stausee

Zum Markt im Nachbarort Joub Jannin wandern wir. Oder ist es nur ein ausgedehnter Spaziergang? Ca. 1 1/2 Std. sind wir unterwegs in der Weite der Bekaa-Ebene mit fruchtbaren Feldern, Plantagen. Die Berge des Libanongebirges begrenzen die Ebene.

Am Rande des Städtchens sind zwei Flüchtlingslager, wie man sie in der Bekaa überall sieht.

Ein einzelnes Zelt sieht etwa so aus wie dieses, das wir unterwegs gesehen haben. Darin wohnen ca. 10-15 Personen. Das Thema „Flüchtlinge“ begegnet uns immer wieder, die genaue Zahl im Libanon kennt niemand, da die libanesische Regierung es den UN untersagt hat, die Flüchtlinge zu registrieren. Ob und wann und wohin sie zurückkehren können, ist ganz und gar ungewiss. Der Libanon hat in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach Flüchtlingssttröme integrieren müssen.

*

Wir besuchen den Markt in Joub Jannin. Hier findet man das Notwendige für den alltäglichen Bedarf, Obst, Gemüse, Klamotten und vieles andere.

Um die Mittagszeit holt uns der Bus ab zu einer Fahrt in die Umgebung. Wir finden eine Kleinigkeit zu essen in einer Bäckerei mit Café, kommen zur Patisserie Ghassan und schließlich zum Litani-Stausee, über dessen Staumauer wir einen Spaziergang machen, während der Bus unten herum auf die andere Seite fährt und uns wieder einsteigen lässt. An einem orthodoxen Kloster vorbei, kommen wir zum Weingut Château Kefraya. Die Bekaa-Ebene hat durchaus ihre Plätze für Feinschmecker.


(man beachte das Glockenseil auf der linken Türseite)

Sonntag, 27. Mai – Beirut

Wir brechen früh auf, um rechtzeitig beim Gottesdienst in der National Evangelical Church in Beirut zu sein. Sie ist mitten im Zentrum gelegen, direkt neben dem Palast des Präsidenten in hervorgehobener Umgebung. Ich freue mich, gute Bekannte von den letzten beiden Besuchen im Libanon zu treffen, ein erstes Highlight an diesem Tag. Nach dem Gottesdienst steht man noch auf dem Vorplatz bei einem Becher Kaffee und unterhält sich.

Von der Kirche aus bringt uns der Bus zum Büro der Heinrich-Böll-Stiftung, wo wir von der Leiterin, Dr. Bente Scheller, einen sehr interessanten Vortrag zur gegenwärtigen Situation im Libanon hören.

Nächste Station ist das Nationalmuseum Beirut, ein großartiges repräsentatives Museum, v.a. der Antike gewidmet mit sehr wertvollen Exponaten einschließlich erst jüngst entdeckter Mumien aus einer Höhle im Qadisha-Tal, die aufwändig geborgen und konserviert wurden.

Anselm, unser Reiseleiter, führt uns durch’s Beiruter historische Zentrum. Wir kommen an der Mohammed-Al-Amin-Moschee vorbei, die direkt neben einer griechisch-orthodoxen Kirche erbaut wurde. Die Moschee war offen und gut besucht, die Kirche geschlossen, als wir unseren Spaziergang gemacht haben.
Fragen nach dem Verhältnis von Christentum und Islam drängen sich in immer neuen Varianten auf. Die Bedeutung von Religion ist hier auf Schritt und Tritt greifbar. Moscheen sind Orte der Begegnung und des Gebets unter der Schirmherrschaft des Islam. Kirchen zeigen christliche Präsenz, repräsentiieren die viel ältere Geschichte bis zum Beginn der christlichen Epoche. Aber die Kirchen  sind oft nur zum  Gottesdienst geöffnet, sind schwer zugänglich und wirken dadurch eher exklusiv als einladend.

Den Abschluss unseres Beirut-Tages bildet ein Spaziergang an der Corniche, dem berühmten Beiruter Boulevard. Spätestens hier denkt man darüber nach, wann man zum nächsten Mal nach Beirut kommen könnte.

Montag, 28. Mai – Schneller-Schule und Zedern-Reservat

Die neue Woche beginnt mit einer Begrüßung durch den Direktor um 7:45 Uhr auf dem Schulgelände vor der Kirche. Die Internatsschülerinnen und -schüler sind am Sonntagabend eingetroffen, die Tagesschüler werden um 7:30 Uhr von Bussen oder von den Eltern gebracht. Es geht wieder los! Zwei Schüler erhalten eine Auszeichnung durch den Direktor vor der gesamten Schülerschaft. Die Kinder freuen sich. Schon morgen, Dienstag, ist ein Ausflug nach Baalbek auf dem Programm der Schule.

Unsrere Reisegruppe teilt sich nach dem Frühstück auf. Alle machen irgendein „Praktikum“, besuchen eine Klasse im Unterricht oder eine der Lehrwerkstätten: Zeit, den Schneller-Alltag kennenzulernen.

Am Nachmittag fahren wir mit dem Bus auf die Höhen des Chouf-Gebirges zum Zedernreservat. Die älteste Zeder des Libanon wird hier mit einem Alter von 3000 Jahren vorgestellt. Ich male mir aus, dass sie schon zur Zeit Davids angewachsen ist und seither 3000 Sommer und Winter hinter sich hat, gewachsen ist, Kriege und Frieden erlebt hat und standhaft geblieben… Was haben uns Bäume nicht alles zu sagen.

Ich musste schon ziemlich weit zurückgehen, um diesen gigantischen Baum im Ganzen auf ein Foto zu bringen. Der Stammumfang ist unten 16m, da braucht es 6-8 Personen, die sich an den Händen halten, um einen Kreis um diesen Baum zu bilden. Weitere Bilder – auch von der wunderschönen Gebirgslandschaft im Libanon sind auf dem FlickR-Album. Ich finde, es lohnt sich, mal reinzuschauen, wenngleich die Baum-Giganten in ihrer Größe durch Fotos kaum erfasst werden können. Vielleicht wecken die Fotos bei manchen die Sehnsucht, doch mal selbst in den Libanon und ins Al-Shouf-Zedern-Naturreservat zu kommen, übrigens von der Gemeinschaft der Drusen eingerichtet, gepflegt und unterhalten.

Bibel, 1. Buch der Könige, Kapitel 7:

Aber an seinem eigenen Haus baute Salomo dreizehn Jahre, bis er es ganz vollendet hatte. So baute er das Libanon-Waldhaus, hundert Ellen lang, fünfzig Ellen breit und dreißig Ellen hoch. Auf drei Reihen von Zedernsäulen legte er eine Decke von Zedernbalken und deckte auch mit Zedernholz die Gemächer über den Säulen; und es waren fünfundvierzig Säulen, je fünfzehn in einer Reihe. Und Gebälk lag in drei Reihen, und Fenster waren einander gegenüber dreimal. Und alle Türen und Fenster waren viereckig, und die Fenster waren einander gegenüber dreimal. Er baute auch eine Halle von Säulen, fünfzig Ellen lang und dreißig Ellen breit, und noch eine Halle vor diese mit Säulen und einem Aufgang davor; und baute auch die Thronhalle, in der er Gericht hielt, die Gerichtshalle, und täfelte sie vom Boden bis zur Decke mit Zedernholz; dazu sein Haus, in dem er wohnte, im andern Hof, hinten an der Halle, gebaut wie die andern; und baute noch ein Haus wie diese Halle für die Tochter des Pharao, die Salomo zur Frau genommen hatte.‘
Dienstag, 29. Mai – Baalbek u.a.

Heute steht Baalbek auf dem Programm. Ich freue mich sehr. Ein Besuch dort hat bei meinen ersten beiden Besuchen im Libanon nicht geklappt. Dieses Mal besteht die Chance. Noch am Vortag aber war von einem Zwischenfall in Baalbek die Rede, und es war nicht ganz klar, ob wir fahren können. Der Busfahrer hat uns beruhigt. Er war am Montag dort und sah keinerlei Probleme. Wir Deutschen sind doch leicht ängstlich. Also los! Die Fahrt geht über Zahlé nach Norden. Die  Google-Maps-Karten-ausschnitte
(1 und 2) zeigen die geographische Lage.

Unterwegs machen wir zwei Zwischenstopps, den ersten beim Weingut Château Ksara. – Nach dem letzten Besuch im Libanon sind wir gefragt worden, ob wir dieses Weingut besucht hätten und mussten zugeben, dass wir nicht dort waren. Dieses Mal also. Die Keller sind beeindruckend, der Wein vorzüglich. Ich nehme zwei Flaschen mit – zum Beweis. Und natürlich zum Trinken!

Bevor es endgültig nach Baalbek geht, machen wir Halt in Zahle bei der (fast privaten) Flüchtlingsinitiative von Izdihar Kassis „Together for the Family“. Izdihar Kassis ist Christin und stammt selbst aus Syrien. Sie besucht mit anderen Freiwilligen die Flüchtlingslager um Zahle herum und lädt Flüchtlinge zu sich auf’s Gelände ein, damit sie Liebe erfahren, Angenommen-Sein, Hilfe, soweit es geht.

In einem Container finden einfache kostenlose Zahnbehandlungen statt. In einem anderen machen Frauen schöne Patchwork-Arbeiten, die sie verkaufen können. Auf dem Hof toben Kinder ausgelassen herum. Wir sitzen mit Izdihar Kassis im Gemeinschaftszelt und erhalten Auskunft über die Situation der Geflüchteten, über Trauma-Arbeit und vieles andere mehr. Hier haben wir eine Ansprechpartnerin, die unsere Fragen kompetent beantwortet und deren Engangement uns überzeugt. Sie ist nicht eine, die überlegt, was man machen könnte, sondern die selbst hingeht und nach den Frauen und Kindern in den Lagern schaut. – Auf dem Rückweg am Abend fahren wir noch einmal vorbei und setzen das Gespräch mit ihr und ihrem Mann fort. Was wir erfahren, ist auch eine Anfrage an uns selbst. – Wer Informationen über diese Initiative möchte, darf sich gerne bei mir melden.
Baalbek, das antike Heliopolis

Bevor wir zur antiken Tempelanlage kommen, machen wir Halt beim „Stein des Südens“  oder „Hajjar al-Hibla“, dem „Stein der Schwangeren“, einem der drei größten jemals behauenen Steine. Kein Kran der Welt könnte ihn bewegen. Vom „Stein des Südens“ schaut man hinüber zur schiitischen Moschee mit ihrer goldenen Kuppel und den beiden goldenen Minaretten.

In der eigentlichen Tempelanlage und auf dem archäologischen Gelände erwartet uns ein engagierter Führer mit sehr viel Sachwissen, der sich ein Leben lang mit Baalbek und der Archälogie des mittleren Ostens befasst hat. Sein Englisch ist mit vielen deutschen Brocken durchsetzt, sein Engangement unwiderstehlich.
Das Monumentale der Tempelanlage von Baalbek lässt sich kaum mit Bildern einfangen und nur schwer beschreiben. Die großen Säulen des Iupiter-Tempels, die größten Säulen der Antike, sind eingerüstet. Schade. Sie sind neben den Zedern das Wahrzeichen des Libanon. Aber natürlich ist es gut, dass für den Erhalt der Anlage das Nötige nicht unterlassen wird.

Das Monumentale erinnert an Palmyra, das aber durch seine Lage mitten in der Wüste ganz anders wirkt. Den Baal-Tempel, dort das größte Bauwerk, hat der IS zerstört. Der Momumentalismus kommt mit diesen Anlagen nicht nur zu seinen großen Höhepunkten, sondern auch an sein Ende. 400 Jahre später findet man im Norden Syriens eine christliche Wallfahrtsstätte großen Ausmaßes: das Heiligtum des Symeon Stylites, Anfang des 6. Jh.

Baalbek ist anders als Palmyra. Das Gigantische des Jupitertempels und das Ensemble von Iupiter, Bacchus und Venus ist einmalig und wirft auch theologische Fragen auf. – All die Sklaven, die an diesen Bauwerken arbeiten mussten, waren für die Verehrung dieser Götter wohl kaum zu gewinnen. Ihnen war die Botschaft vom heruntergekommenen Gott, die Botschaft von Jesus Christus ganz gewiss näher als die vom erhabenen obersten Gott, für den und für dessen Herrscher man sich zu Tode arbeiten musste.

Weitere Bilder dann im FlickR-Album, einschließlich der Umgebung der Tempelanlage.

Von der Tempelanlage aus fahren wir zu einem völlig anderen besonderen Ort: zum UN-Flüchtlingslager Wavel für palestinensiche Flüchtlinge. – Es besteht seit dem Jahr 1948, in diesem Jahr also 70 Jahre. Israel feiert das 70jährige Bestehen des Staates Israel. Die Palästinenser gedenken der Nikba, der Vertreibung aus ihrer Heimat. Viele bewahren – selbst in der zweiten und dritten Generation noch den Schlüssel zu ihrem Haus auf, aus dem sie vertrieben wurden. Die Collage, die ich in dem Besprechungsraum fotografiert habe, zeigt in der Mitte einen Schlüssel, darüber eine Darstellung der Omar-Moschee in Jerusalem. Überhaupt Jerusalem. Bilder von Jerusalem finden sich im ganzen Haus, obwohl von denen, die hier aus- und eingehen, niemand je dort gewesen ist und wohl auch niemand nach Jerusalem gehen kann, solange sich die politischen Verhältnisse nicht grundlegend verändern. – Al Kuds heißt Jerusalem bei den Muslimen,  „Die Heilige“. Ich denke an den Roman von Susan Abulhawa, „Während die Welt schlief“, den ich gelesen habe. Er erzählt die Geschichte der Vertreibung in mitreißender Intensität.

Wir sind bei unserem kurzen Besuch auf einmal mit der „Palästinenser-“ und „Palästina-Frage“ konfrontiert, für die weiterhin keine Lösung in Aussicht ist. Im Lager geht es eng zu. Die Bewohner können das Lager verlassen, können sich auch ein Appartment mieten, wenn sie das Geld dazu haben, können aber kein eigenes Haus erwerben, haben keinen Pass, nur ein Dokument über ihren Status. Ins Ausland zu reisen ist schwierig, nicht unmöglich. Wer aber ohne ein Ausreisepapier das Land verlässt, hat keinen Anspruch auf Rückkehr. Das Flüchtlingsthema beschäftigt den Libanon seit 1948. – Ob diejenige, die heute als syrische Flüchtlinge in Zelten hausen, auch in 70 Jahren noch heimatlos ihr Leben fristen? Werden sie ihre Zukunft Generationen lang in Zelten leben müssen? Eine beklemmende Vorstellung.

Keine Frage – das Existenzrecht Israels! Viel zu sehr fühle ich mich auch diesem Land und den Menschen dort verbunden. Aber muss es ein Tabu sein, an Versöhnung mit den Palästinensern zu denken? Ist es ausgeschlossen, dass auch die Palästinenser eine Zukunft haben dürfen?

Gut, dass wir abends noch einmal Izdihar Kassis und ihren Mann Riad treffen. Bei den beiden gibt es zumindest tatkräftiges Anpacken und nicht nur resigniertes Warten, dass ein Traum in Erfüllung geht.

Mittwoch, 30. Mai – Saida

Wir starten, wie schon gewohnt, um 9 Uhr. Die Fahrt geht noch einmal hoch über das Chouf-Gebirge, vorbei an dem Zedern-Reservat. Wer einen Blick auf  die Karte wirft, ahnt, dass da allerlei Höhen und Tiefen samt Kurven zu überwinden waren. Unser Fahrer Farah hat es mit guter Laune und großen Fahrkünsten hervorragend bewältigt. Kurz vor Saida machen wir einen Zwischenstopp bei den Terrace Kanaan und bekommen Mamoul Mad Bil Ashta oder auch Knafeh/Knefe genannt. Was weiß aussieht, ist heißer Käse, was braun aussieht, ist eine Art Zuckerkaramell mit Gries. Darüber wird Zuckerwasser mit Rosenöl gegossen. Der Platz ist wunderschön am Meer gelegen, Mittelmeer-Flair kommt auf, Saida ist in Sichtweite.

[Als nächstes gebe ich mal ein paar Bilder von Saida auf dem FlickR-Album frei, damit die Lust auf Saida schon ein wenig wächst. Fortsetzung folgt heute Abend.

So. Ich bin wieder am Schreiben. – Inzwischen waren wir im Nachbardorf zum (letzten) gemeinsamen Abendessen dieser Reise. Es ging lustig und fröhlich zu und naturgemäß ein bisschen länger. Der zweimalige Spaziergang hat richtig gut getan. (Was wir heute sonst noch gemacht haben, kommt dann im nächsten Kapitel. Ich bin mit dem Schreiben immer mindestens 1 Tag im Verzug. Macht nix.). Zurück zu Saida.]

Saida, das biblische Sidon, ist in der Bibel mehr al 50 Mal erwähnt. Das beginnt schon im Buch Genesis (1. Mose): „Kanaan aber zeugte Sidon, seinen ersten Sohn, und Set…  „Sidon“ wird hier als Person erwähnt. „Sidon“ ist Stammvater eines ganzen Volkes, der „Sidoniter“. Auch andere Erwähnungen im Ersten Testament deuten auf ein sehr hohes Alter dieser Stadt hin, weit älter als z.B. Jerusalem. Könige von Sidon werden genannt. Im Neuen Testament wird Sidon zusammen mit der weiter südlich liegenden Stadt Tyrus genannt, „Tyrus und Sidon“. Jesus hat sich hierhin zurückgezogen (Matth. 15,21). Dort begegnet ihm die „kanaanäische“ Frau. – Der Name „Terrace Kanaan“ des Cafés, in dem wir waren, ist also kein Zufall. Paulus hat auf seiner Reise als Gefangener nach Rom die Erlaubnis bekommen, in Sidon an Land zu gehen: „Am nächsten Tag kamen wir in Sidon an; und Julius verhielt sich freundlich gegen Paulus und erlaubte ihm, zu seinen Freunden zu gehen und sich pflegen zu lassen.“ (Apg. 27,3). Bei meinem ersten Besuch in Sidon im Sommer 2016 war es Sheikh Mohammed Abou Zaid, der mich auf diese Bibelstelle aufmerksam machte und mir das Haus zeigte, in dem Paulus gewesen sein soll.

Unser eigener Spaziergang durch Saida beginnt am Seifenmuseum, dem Musée du Savon der Fondation Audi, sehr schön eingerichtet, ein Genuss dort zu verweilen nebst allen angenehmen Gerüchen. Zum Museum gehören dann nicht nur Seifen, sondern allerlei ums tägliche Leben, was Kosmetik und anderes betrifft, einschließlich einer Sammlung von Pfeifenköpfen. Auch der Shop bietet eine sehr erlesene Auswahl an Kostbarkeiten. Den Duft im Gesamten kann man allerdings weder kaufen noch im Blog verbreiten. Digitalisierung von Gerüchen… Wäre das eine Erfindung…!

Am meisten beeindruckt hat uns vielleicht das Palais Debbané, das als Museum sehr schön gestaltet ist: orientalische Kunst vom Feinsten, dazu eine sehenswerte Sammlung historischer Instrumente. Es lohnt einen Besuch auf alle Fälle!

Man kann bis auf’s Dach hinaufsteigen und hat von dort einen ausgezeichneten Blick über die Stadt und aufs Meer hinaus.

Aber auch die ehemalige Kreuzfahrerkirche, aus der eine Moschee geworden ist, hat uns gefallen, strahlt sie doch eine majestätische Ruhe aus. Wir haben die Schuhe ausgezogen und uns einige Zeit im Gebetsraum aufgehalten. Auf der einen Seite der Blick zum Meer, auf der anderen farbige Fenster, die Decke der Vorhalle vertäfert mit Zedernholz. Das hat schon eine Ausstrahlung. Ebenso auch die Karawanserei, schlichter, aber doch eindrücklich!  Ganz zum Schluss die Kreuzfahrerburg beim Hafen, die eine Art Wahrzeichen für Saida geworden ist.

Die andern Bilder findet man dann im FlickR-Album.

Auf der Rückfahrt machen wir Station im Restaurant Challalat Nabeh el Safa Rest und tun uns gütlich an einem reichhaltigen libanesischen Menü mit unzähligen Vorspeisen und vielem anderen mehr.

Um 18.30 Uhr aber wollen wir heute schon zuhause sein, um endlich, am vorletzten Tag, noch an der Abendandacht der Schneller-Schule teilnehmen zu  können, was dann auch klappt.

*

Anselm spielt zur Einstimmung und zur allgemeinen Freude eine Reihe von Orgelimprovisationen. Das Lied, das in zahleichen Strophen von der „Schulgemeinde“ durchaus kräftig gesungen wird, begleitet Rev. George H., der Direktor der Schule. Eine Lehrerin liest einen Text aus der Bibel und spricht ein Gebet. Nach knapp 15 Minuten ist leert sich die St. Michaelskirche wieder. Die kurzen abendlichen Andachten sind ein wichtiges Element der Peace-Education, weil hier Christen und Muslime gemeinsam feiern und gegenseitig Respekt einüben. Klar, die Kirche ist eine christliche Kirche und keine Moschee. Was gelesen wird, ist die Bibel und nicht der Qu’ran. Aber es wird sehr darauf geachtet, dass die christlichen Inhalte nicht verletztend, diskriminierend oder trennend erscheinen, sondern tolerant, offen und einladend. Und auch Inhalte des Islam kommen vor, die Feste finden Erwähnung, Schülerinnen und Schülern ab einem bestimmten Alter wird das Fasten  im Ramadan erlaubt.

Fehlt noch der Bericht von heute, 31. Mai. Den werde ich nachliefern. Morgen, 1. Juni, ist unser Rückreisetag. Wir werden gegen 11 Uhr hier abfahren und den Tag noch im Libanon an verschiedenen Plätzen verbringen, bis wir in der Nacht dann ins Flugzeug steigen und am Samstagfrüh, so Gott will, in Frankfurt und dann in Stuttgart landen.

Nachtrag – 31. Mai – 1. Juni

Abschied liegt in der Luft. 31. Mai – der letzte Tag, an dem wir abends in die Schneller-Schule zurückkehren werden. Ist das dieses Jahr nicht Fronleichnam, Feiertag? Auch hier im Libanon für die maronitischen Christen? Eigentlich schon. Viel davon bemerken wir nicht. Wir starten noch einmal in die Berge, ähnliche Strecke wie am Vortag. Ziel ist der Palast Beit ed-Din. Es gibt unterschiedliche Schreibweisen, arabisch, französisch, englisch, deutsch…, in drei Wörtern geschrieben, in einem: Beiteddin. Der Palast wurde 1788-1818 von Emir Bashir II erbaut. Er dient heute als Sommerresidenz des libanesischen Präsidenten.

Bevor wir den Palast erreichen machen wir Pause bei einer kleinen Imbissstation. Im Shop fallen mir die deutschen Fahnen auf, die es für 1 USD zu kaufen gibt, wahlweise natürlich auch brasilianische und andere Flaggen. Die Fußball-WM beschäftigt auch die Libanesen.

Der Palast Beit ed-Dine empfängt uns mit einer Ausstellung über Kamal Joumblatt, „Witnes et Martyr“, der 1977 bei einem Anschlag getötet wurde. Joumblatt, Dschumblat, wahlweise vorne mit „J“oder „Dsch“ geschrieben, hinten mit tt, t oder d, war sozialistischer Politiker im Libanon, Druse. Ich erinnere mich vage an die Zeit der 70er-Jahre, als ich studiert habe, und sein Name im Nahen Osten ein Begriff war. Jetzt finde ich manche seiner Sätze, die in der Ausstellung festgehalten sind wirklich nachdenkenswert. Drusen verehren die Wissenden.

Unterschiedlich lang verweilen die Einzelnen bei der Ausstellung. Man ahnt noch nicht, welch ein orientalisches Juwel einen beim Eintritt in den Hof des Palastes erwartet. Wasserspiele, reich verzierte Salons, Gemächer, kostbarste Materialien, immer wieder neue Details und Perspektiven, Treppen, Säulen, Erker, Arkaden. Hier residieren Fürsten, Präsidenten und ihre Gäste. Wir Touristen versuchen mit unseren Kameras das eine oder andere Detail einzufangen und mit nach Hause zu nehmen. Aber mir wird klar: wer hier wohnt, braucht keine Kamera. Er, Sie wird vielleicht fotografiert, gemalt, verewigt und kann sich anderen Dingen widmen, die (ihm/ihr) wichtig sind: der Politik, der Kunst, der Lektüre – oder seinen/ihren Gästen. Wir Kamera-Touristen dagegen zeigen mit unserem Fotografieren, dass wir hier nicht bleiben dürfen, dass wir nur kurz verweilen: ein, zwei Viertelstunden, dann müssen wir Platz machen für die nächsten. Vielleicht schenken wir all denen ein paar Gedanken, die als Handwerker, Bauleute, Künstler hier gearbeitet haben, oder wir fühlen uns frei, weil wir hierherkommen dürfen ohne für einen geringen Lohn hier arbeiten zu müssen.

Draußen im Hof sind Arbeiter dabei, einen großen LKW zu entladen. Er hat Teile  für die Open-Air-Bühne für das bevorstehende Beitedine-Art-Festival geliefert. Im Vergleich zu ihnen sind wir als Touristen die Privilegierten, zumindest für den Augenblick. Hoffen wir, dass auch diese Arbeiter ihren angemessenen Lohn erhalten einschließlich der Möglichkeiten sich zu erholen und neue Ressourcen zu bilden.

Vom Palast Beit ed-Dine fahren wir eine kurze Strecke nach Deir El Kamar (Dair al Qamar), dem Ort mit der ältesten Moschee des Libanon, der auch noch eine  Synagoge beherbergt. Wir nehmen und zwei Stunden Zeit, das Städtchen anzuschauen – jeder für sich oder zu zweit, zu dritt, kaufen Souvenirs, trinken Kaffee, essen eine Kleinigkeit.

Zum Abendessen werden wir heute noch einmal zu Fuß ins Café Rahib in Kherbet Qanafar gehen, wo der Tag in bester Stimmung ausklingen wird. Freunde der Schneller-Schule sind dabei. Bilder von diesem Abend werden nicht veröffentlicht. Bier, Arak, Wasserpfeife werden benötigt. Der Abend bleibt in bester Erinnerung.

Freitag, 1. Juni, Abreisetag

Da unser Flieger erst am frühen Morgen des 2. Juni starten wird, haben wir noch einen langen Tag Zeit, um in der Beqaa-Ebene manches anzuschauen, was wir noch nicht gesehen hatten, einen Besuch zu machen, in einem großartigen Restaurant zu Abend zu essen und dann nach Beirut zum Flughafen zu fahren.

Wir verabschieden uns von der Schneller-Schule mit einer kleinen Andacht in der Kirche, mit Dankesworten an Direktor George H. als Gastgeber für unsere Gruppe und an Anselm, unseren Reiseleiter, der uns ein unvergleichlich intensives und mit persönlicher Note versehenes Reiseprogramm zusammengestellt hat.  Nach jedem Ausflugstag haben uns unsere Busfahrer an die Schneller-Schule zurückgebracht. Jedes Mal, wenn wir das Werkstattgebäude gesehen haben, wussten wir, dass wir wieder an Ort und Stelle sind. Nun heißt es – für diese Reise – Abschied zu nehmen und in Verbindung zu bleiben. Den Abschiedssegen gibt den Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und allen Gästen das Schild am Hoftor für die Hinausgehenden und Hinausfahrenden mit dem Emblem der Schneller-Schulen: The Lord is my shepherd.

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Im Bus geht es jetzt eng zu, weil das Gepäck auch mit muss und die hinteren Plätze benötig. Aber es geht! Die Notsitze im Mittelgang erweisen sich als brauchbar. Die Reisegemeinschaft rückt eng zusammen.

Wir bekommen in Zahle ein zweites Frühstück mit frisch gebackenem, libanesischen Fladenbrot


und fahren zum Römischen Tempel in Niha, wo es – entsprechend unserer Stimmung – zu regnen beginnt.

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Zum Tempel in Hosn Niha pilgert nur ein Teil der Gruppe. Die andern bleiben im Bus.

Weiter geht es zu einem Besuch bei Freunden in Niha, wo wir zu  Kaffee, Getränken, Gebäck eingeladen werden. Unbeschreiblich, diese Gastfreundschaft im Umfeld der Schneller-Schule! Von dort fahren wir wieder nach Zahlé und genießen die gigantische Aussicht auf die Bekaa vom Aussichtsturm mit der Marienstatue „Our Lady of Bekaa“.

Kaum zu glauben, aber die Reise hat immer noch einen Superlativ in petto: Das Abendessen in der Domaine Mouakkar. 21 Vorspeisen – haben wir richtig gezählt – sind ein einsamer Rekord. Eine köstlicher als die andere. Dazu die grandiose Aussicht auf die Bekaa in der Abendsonne. Anselm hat unseren Busunternehmer Farah mit Gattin eingeladen. Wir sind glücklich und zufrieden ohne Ende! Was können wir für Eindrücke mit nach Hause nehmen!

Mit diesem letzten großen Erlebnis „im Gepäck“ geht es nun wirklich zum Flughafen. Wir kommen kurz vor 23 Uhr Ortszeit an und vertreiben uns die Zeit mit Rumsitzen, Lesen, Einkaufen, Einchecken, Passkontrolle, Sicherheitskontrollen usw. Ich finde kurz vor dem Abflug noch die Magnetschilder, die ich nach Hause bringen wollte. Um 3.50h sollte der Flieger starten. Es wird eine dreiviertel Stunde später. Aber was soll’s. Im Flugzeug können wir schlafen, ausruhen, verarbeiten. Derweil geht die Sonne auf, und wir stellen die Uhr um 1 Stunde zurück auf MESZ. Fast pünktlich, kurz nach 7 Uhr, kommen wir in Frankfurt an. Leider gibt es dann mit dem Weiterflug für einen Teil unserer Reisegruppe Probleme. Aber letzten Endes landen an diesem Samstag alle irgendwann erschöpft und dankbar dort, wo jede und jeder zuhause ist.

Mehr Bilder gibt es, wie schon geschrieben im FlickR-Album. – Und herzlichen Dank für Ihr/Euer Interesse. Traugott Plieninger